Sechs Wochen Zeit für einen Turnaround in einer belgischen Raffinerie, in der pro Jahr 5,5 Million Tonnen Erdöl verarbeitet werden – eine schöne Aufgabe, für das Team von Voith Industrial Services, das unterstützt wird von Arbo Support. Startdatum für die Arbeiten war der 3. Oktober 2016, und inzwischen rückt das Ende näher.

Von der Schulung zur Ausführung

Voith* Industrial Services wurde bei der im Schichtdienst organisierten Sicherheitsaufsicht von Arbo Support unterstützt. Dank zweier Mitarbeiter von Arbo Support in der Nachtschicht und eines weiteren in der Tagschicht standen zusätzliche Hände und Augen mit den nötigen Kenntnissen im Bereich Sicherheit zur Verfügung. Holger Breitlauch, Sicherheitsfachmann und Koordinator bei Voith Industrial Services, erläutert, warum er gerade Arbo Support beauftragt hat: „Anfang des Jahres haben wir ein Projekt in Rotterdam betreut. Dafür mussten unsere Mitarbeiter sehr kurzfristig eine Schulung zum Thema Transportsicherheit absolvieren. Vincent Grijfrath von Arbo Support hat uns dabei hervorragend unterstützt. Darüber hinaus hat er die Schulung so organisiert, dass sie in der Nähe von Rotterdam und sogar am Wochenende durchgeführt werden konnte, sodass unsere Mitarbeiter so wenig Zeit wie möglich verloren. Im Zusammenhang mit diesem Auftrag erfuhren wir, dass Arbo Support noch weitere Unterstützungsleistungen bietet, und so kam der Vertrag zustande.“

Straffe Planung

Ziel des Turnarounds war es, die bestehenden Anlagen der Raffineriezu überholen. Die Arbeiten lagen in den Bereichen Mechanik und Rohrleitungsbau sowie Teilprojekten. Die Anlage musste dafür außer Betrieb genommen werden. Voith Industrial Services war beauftragt, den Stillstand auf ein Minimum zu begrenzen. Dafür wurde eine straffe Planung erstellt: Das Projekt sollte innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen werden. 350 Mitarbeiter sorgten im Schichtdienst dafür, dass die Arbeit Tag und Nacht voranging, auch wenn das für die Sicherheitsbeauftragten vor Ort eine anspruchsvolle Aufgabe war. Breitlauch weiter: „Mancher denkt, dass, wenn alles ausgeschaltet ist, die Anlage automatisch auch sicher ist. Das stimmt natürlich nicht. Denn für den Sicherheitsbeauftragten ist es eine sehr schwierige Aufgabe, überzeugend darzulegen, welche Gefahren es gibt und worauf die Mitarbeiter achten müssen. Und das gilt umso mehr, wenn auch noch unter Zeitdruck gearbeitet wird.“

Sicherheitstechnische und sprachliche Herausforderungen

Das Projekt hat die Sicherheitsfachleute von Voith Industrial Services und Arbo Support jedoch noch vor andere Probleme als nur den Zeitdruck gestellt, wie Breitlaut weiter ausführt: „Die Anlage, an der die Arbeiten vorgenommen werden mussten, war sehr kompakt. Alle Leitungen und Geräte waren unter Ausnutzung des letzten Zentimeters angeordnet. Wenn eine oder zwei Personen an einem Ort tätig waren, blieb oft kein Platz mehr für uns Sicherheitsleute.“ Darum wurden die täglichen Toolbox-Meetings besonders wichtig. Dabei kamen auch die Beobachtungen der anderen vor Ort tätigen Personen zur Sprache. Neben den 350  Mitarbeitern von Voith Industrial Services waren gleichzeitig häufig noch 1.150 weitere Beschäftigte anderer Unternehmen vor Ort tätig, jeweils mit ihren eigenen Sicherheitsmitarbeitern. Unter dem Motto „lieber zu viel als zu wenig“ arbeiteten sie gemeinsam an der Sicherheit und an Lösungen für auftauchende Probleme. Gerade diese Zusammenarbeit bedeutete für  Voith Industrial Services eine besondere Herausforderung, denn Arbeitssprache war nun nicht mehr das übliche Englisch, sondern Niederländisch. Zum Glück konnte dabei auf die Sicherheitsfachleute von Arbo Support gebaut werden. Breitlauch: „Es ist für uns sehr wichtig, dass wir mit dem Kunden in dessen Muttersprache kommunizieren können. Es gibt viele Fachbegriffe, die man nicht umschreiben kann, man muss sie einfach kennen. Die Mitarbeiter von Arbo Support sprechen sowohl Deutsch als auch Englisch und Niederländisch. Dadurch konnten sie uns bei verschiedenen Aufgaben als Übersetzer und Dolmetscher zur Seite stehen. So haben sie an einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen unseren Leuten und den Mitarbeitern des Auftraggebers mitgewirkt.“

Der „Faktor Mensch“

Eine andere Herausforderung für jeden Sicherheitsfachmann ist und bleibt stets der „Faktor Mensch“ – ein Faktor, der bei so vielen auf kleinem Raum tätigen Mitarbeitern und wegen des großen Zeitdrucks bei diesem Projekt besonders deutlich spürbar war. Das Kontrollieren von Zertifikaten und das Durchführen von Sicherheitseinweisungen ist eine Sache, aber für die Unfallverhütung am wichtigsten ist es, das Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen. Zum Glück waren die Sicherheitsfachleute von Voith Industrial Services und Arbo Support erfolgreich. Breitlauch lobt: „Die ganze Gruppe hat unsere Empfehlungen und Hinweise angenommen und gut in die Arbeitsabläufe integriert. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ablauf der Arbeiten.“ So können beide Unternehmen mit einem guten Gefühl auf ihre Zusammenarbeit zurückblicken und sich grundsätzlich eine Fortsetzung vorstellen.

* Unter Lizenz der Voith GmbH. Seit dem 01. September 2016 gehört Voith Industrial Services nicht mehr zur Voith Unternehmensgruppe.